Pressemitteilung

22. Juli 2015

Dann nenn uns doch Gutmenschen!

Leserbrief von Patrick Mayregger
Im 25. Artikel der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte können wir alle nachlesen, dass jeder Mensch das Recht auf Nahrung, Kleidung, Wohnung, ärztliche Leistungen und die notwendige Sozialhilfe hat. Frau Hünerhoff scheint dieser Artikel völlig unbekannt zu sein, denn in ihrem Leserbrief hat sie vor allem eins deutlich gemacht: Dass Flüchtlinge nach ganzen acht Stunden Wartezeit ein kleines Lunchpaket bekommen, ist für sie schon ein Zeichen von übertriebener Fürsorglichkeit.
Ihr Leserbrief lässt auch sonst kaum eine der rassistischen Pegida-Parolen aus. Da muss man lesen, in der Nachkriegszeit sei es den Deutschen doch auch schlecht gegangen. Als Leser fragt man sich, warum dies ein Grund dafür seien soll, Menschen die wegen Krieg und Krankheit ihre Heimat, ihre Familien und ihre Freunde verlassen mussten, die lebensnotwendige Verpflegung zu versagen.
Wir müssen lesen, wie die Autorin versucht Sozialhilfeempfänger gegen Flüchtlinge auszuspielen und von „Uns“ und „Denen“ zu sprechen. Zu guter letzt diffamiert sie alle, die helfen wollen, als „Gutmenschen“. Doch was ist die Alternative zum Gutmensch? Der Schlechtmensch? Dann will ich wohl doch lieber ersteres sein.
Ein Leserbrief wie der Frau Hünerhoffs, muss einer Stadt, die bunt und weltoffen ist, einfach peinlich sein.